Geschrieben am und abgelegt unter Pressemitteilung.

Köln ist kein Lückenbüßer für Frankfurt. Ökologisch und ökonomisch unsinnig.

Die KölnSPD hat in der Vergangenheit – nicht zuletzt aufgrund der enormen wirtschaftlichen Bedeutung des Flughafens Köln/Bonn für Köln und die Region –Nachtflug in begrenztem Umfang verteidigt. SPD-Fraktionsvorsitzender Martin Börschel: „Wir haben aber immer darauf hingewiesen, dass moderne Flughafenpolitik einen tragfähigen Interessensausgleich zwischen der Entwicklung des Flughafens einerseits und den Gesundheits- und Umweltbedürfnissen der Bevölkerung andererseits sicherstellen muss. Außerdem machen wir uns für den Einsatz lärmarmer Flugzeuge vor allem in der Nacht stark.“

Insofern ist die jüngste Entwicklung am Flughafen Köln/Bonn absurd: nach einem vom Hessischen Verwaltungsgerichtshof verhängten Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen kommt es zu Verlagerungen von Nachtflügen im Frachtbereich von Frankfurt nach Köln. Wie Medien berichten, fliegen beladene Maschinen (u.a. laute Fluggeräte Typ MD 11) am Abend nach Köln, wo die Flugzeuge drei bis vier Stunden später Richtung China abheben, wenn der russische Luftraum frei ist und die zugewiesenen Landezeiten in Fernost erreicht werden. Börschel: „Dass Köln Lückenbüßer für Frankfurt sein soll, ist in dieser Form inakzeptabel. Diese zusätzliche Belastung ist nicht zu rechtfertigen. Schon bei früheren Diskussionen um eine mögliche Zusammenarbeit der beiden Flughäfen stand die Befürchtung im Raum, dass Frankfurt sich die Rosinen herauspickt und für Köln der unattraktive Nachtflug bleibt. Dass dieses Ergebnis jetzt auf andere Art und Weise eintritt, ist grotesk.“

SPD-Parteivorsitzender Jochen Ott pflichtet ihm bei: „Ich erwarte, dass dieser ökologische, ökonomische und die Gesundheit Kölner Bürgerinnen und Bürger torpedierende Unsinn zeitlich auf ein absolutes Minimum reduziert wird. Im Klartext: Die temporäre Verlagerung von Nachtflügen muss so schnell wie möglich rückgängig gemacht werden.“